Mit dem nachfolgenden Artikel als Teil 2 meiner Ausführungen, möchte ich die Gedanken aus meinem Text „Was ist das System ?“ gerne weiter vertiefen. Bevor wir in den Teil der „narrativen Legitimation“ einsteigen, ist es jedoch extrem wichtig, alles was folgt auf eine sachlich-analytische Basis zu stellen.
Moderne Ordnungen brauchen nicht notwendigerweise „Täuschungen“, sondern sie stützen sich eher auf Legitimitäts-Narrative, also auf Geschichten, die die Komplexität der Sichtweise reduzieren und eine Idee von Handlungsfähigkeit erzeugen. Diese sind keine Verschwörung im landläufigen Sinn, sondern eher eine Funktionsweise jeder größeren sozialen Struktur. Warum Narrative in gesellschaftlichen Systemen notwendig sind, lässt sich wie folgt erklären:

Komplexe Gesellschaften mit Millionen von Menschen können nicht über jeden Einzelfall beratschlagen und jeden Einzelfall bedenken. Narrative bündeln den Sinn der gewünschten Maßahmen wie beispielsweise die Narrative „Europa sichert Frieden“, „Markt schafft Wohlstand“, „Klimaschutz rettet die Zukunft“. Sie übersetzen in der Regel technische oder juristische Abläufe in moralisch nachvollziehbare Bilder. Dabei wird nicht in Frage gestellt, ob sie richtig oder falsch sind. Einziger Zweck ist das Erzeugen von Vertrauen in die gewünschten Prozesse, die für die meisten Menschen intransparent und undurchschaubar bleiben.

Typische Narrative der gegenwärtigen Ordnung sind beispielsweise die gern genommene „Friedens- und Wertegemeinschaft“. Dahinter steckt die Behauptung, dass eine Institution wie die EU existiert, um Frieden, Freiheit, Menschenrechte zu sichern. Das erfüllt die Funktion einer moralischen Überhöhung der gewünschten Integration, wobei Kritik daran gleichzeitig als moralisch verdächtig erscheint. Ein weiteres Narrativ ist das von Wettbewerb und Wachstum. Hier wird suggeriert, dass offene Märkte, Innovationen und die inzwischen allgegenwärtige Digitalisierung alternativlos sind. Dieses Narrativ führt letztendlich zu einer ökonomische Rationalisierung politischer Entscheidungen.

Gern genommen wird auch das Narrativ von der Klimaneutralität und Nachhaltigkeit. Es verkauft den geneigten Bürgern technologische Transformation als moralisches Projekt, zerstört die Wirtschaft und schafft Mittel für wissenschaftlichen Nonsens. Es rechtfertigt massive Investitionen und Regulierungen in sensiblen Bereichen und verschiebt die dadurch entstehenden Konflikte auf pseudowissenschaftliche Expertengremien.

Auch gern genommen ist das Narrativ von Sicherheit und Resilienz. Hier geht es vordringlich um Terror, erfundene Pandemien und Krieg im Interesse der Rechtfertigung von Zentralisierung und immer tiefer gehender Kontrolle durch den Staat. Dies dient wiederum als Legitimation für Exekutiv- und Datenkontrollmacht.

Besonders dreist ist allerdings das Narrativ der wissenschaftlichen Objektivität. Hier wird Wissenschaft als Fakten verkauft, der die Politik folgen muss. Dies führt zu einer „Entpolitisierung“ von Entscheidungen, weil jeglicher Dissens als Unvernunft dargestellt werden kann.

All diese Narrative sind jedoch nicht erfunden. Sie enthalten durchaus reale Bezüge. Jedoch selektieren sie mit Absicht, was sichtbar werden soll. So entsteht eine „Moralökonomie der Zustimmung“. Wer sich innerhalb des Narrativs bewegt, gilt als rational oder moralisch, wer außerhalb steht, wird als „problematisch“ abgestempelt, was aktuell bereits zur Ausgrenzung Andersdenkender führt.

Das System organisiert die erforderliche Zustimmung über mehrere Kanäle. So wird beispielsweise institutionelle Autorität durch Universitäten, Zentralbanken, Gerichte und große Medien erzeugt. Sie gelten gemeinhin als neutrale Instanzen. Die Erzeugung von kommunikativer Redundanz erreicht man dadurch, dass die selben Frames sich über viele Kanäle wiederholen. Auf diese Weise entsteht scheinbare Plausibilität. Um offene Konflikte zu vermeiden, werden strittige Themen technokratisch oder juristisch entschärft. Partizipations-Simulationen wie Bürgerdialoge, Konsultationen oder Wahlen suggerieren den Bürgern Mitsprache, ohne jedoch die Entscheidungslogik zu verändern. Moralisches Framing sorgt für die nötige Zustimmung, denn es wird nicht nur politisch, sondern auch ethisch mit Aussagen wie „für die Zukunft unserer Kinder“ oder „für den Erhalt des Planeten“ eingefordert.

Diese Tricks funktionieren alle so perfekt, weil die Komplexität von Themen wie das Finanzsystem, das Klima, KI oder Energieversorgung für den Einzelnen kaum noch überschaubar ist. Das Sicherheitsbedürfnis der Menschen wird zielgenau angesprochen, denn sie bevorzugen eher berechenbare Strukturen gegenüber riskanter Veränderung. Wer sich als Teil des Systems erlebt, ob durch Job, Konsum, oder Identität, wird Kritik fast automatisch psychologisch abpuffern und auf diese Weise in kognitive Dissonanz geführt.

Das System „lebt“ also davon, dass die Mehrheit lieber funktioniert als reflektiert, solange der Alltag stabil bleibt. Seine Legitimation entsteht heute weniger durch demokratische Zustimmung, sondern durch gesteuerte Narrativ-Kohärenz. Solange die großen Erzählungen von Fortschritt, Sicherheit und Moral das Narrativ tragen, bleibt das System stabil. Erst wenn sie brechen, beispielsweise in Finanzkrisen, bei Energieengpässen oder allgemeinem Vertrauensverlust, wird sichtbar, dass sie Instrumente der Steuerung und Kontrolle sind und keine naturgegebenen Wahrheiten.

Im dritten Teil meiner Ausführungen werde ich erklären, wie man innerhalb solcher Systeme dennoch autonom denken und handeln kann.

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Enthält meine alten Texte und ermöglicht einen Blick darauf, wie real ich die Entwicklung in vielen Themen damals eingeschätzt habe.

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Von Redaktion

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