Kategorie: Was steckt dahinter ?
Ausstiegs-Strategie der FED
By web317 on Aug 20, 2010 | In Was steckt dahinter ? | Sende Feedback »
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Bevor die zweite Abwärtswelle die US-Wirtschaft hart erwischte – heute haben überraschend schlechte wöchentliche Zahlen zum Arbeitsmarkt den Optimismus einiger Analysten wohl endgültig zerstört – rätselten die Beobachter, wie die FED ihre seit dem Jahr 2008 vervielfachte Bilanzsumme wieder zurückführen könnte.
Rekapitulieren wir noch einmal, mit welchen Aktionen die FED massiv in die Finanz-Märkte eingegriffen hat: Zuerst hat sie schlechte Assets des Banken-Systems in Form von Swap-Vereinbarungen gegen die von ihr gehaltenen US-Treasuries getauscht. Das heißt die Banken konnten nun die wertstabilen Treasuries in ihren Bilanzen ohne Marktwert-Verluste bewerten, während die FED auf den Papieren sitzt, für die es entweder überhaupt keinen Markt oder nur mit großen Preisabschlägen gibt. Macht nichts, denn die FED muss nicht nach den GAAP-Vorschriften des fair market value Prinzips bilanzieren.
Nachdem auf diese Art und Weise praktisch alle Treasuries getauscht wurden – die FED also in ihrer Bilanz nur noch unwesentliche Positionen hielt – mussten neue Papiere dieses Typs in die Bilanz. Das ging nur in Zusammenarbeit mit der US Treasury, die neue Staatanleihen emittieren musste, damit die FED ihre Swap-Geschäfte mit den Banken fortsetzen konnte. Positiver Neben-Effekt: Das US-Schatzamt hat das für den Ankauf frisch gedruckte Geld ihrem Konto bei der FED gutgeschrieben bekommen.
Aber das reichte noch nicht aus. Im Rahmen der QE (Quantitative Easing) Beschlüsse kauft die FED nun direkt an den Bond-Märkten in verschiedener Form US Treasuries auf. Das Geld kommt – wie sollte es auch anders sein – aus der elektronischen Druckmaschine.
Um den Banken-Sektor von ihren praktisch wertlosen Hypotheken-Papieren zu entlasten, begann die FED dann sogar, diese Papiere direkt anzukaufen und in ihre Bilanz zu nehmen. Für die verschiedenen Rettungs-Linien über Bear Stearns bis zur AIG wurden Bilanz-Sonderposten geschaffen. Natürlich alles mit frisch gedrucktem Geld.
Diese Politik hat zu interessanten Carry-Trade Geschäftsmodellen mit den Banken geführt: Die Banken ersteigern US-Treasuries vom US-Schatzamt, das die massive Verschuldungs-Orgie der Barrack-Administration finanzieren musste. Ein Teil kaufte die FED im Rahmen ihrer verschiedenen Programme gleich wieder zurück. Für den anderen Teil lieh sie den Banken im Rahmen ihres Discount-Fensters zu praktisch Null Prozent Zinsen kurzfristig Geld. Die Banken kassieren die immer weiter sinkenden Zinsen der Treasuries – weil sich viele Banken nun wegen dieses Arbitrage-Modells um die Treasuries rissen - und müssen praktisch nichts für die von der FED geliehenen Summen zahlen. Ein geldpolitisches perpetuum mobile.
Wie kann die FED aus dieser Politik nun wieder aussteigen? Schauen wir uns dazu die einzelnen Programme an.
Erstens – die Staatsverschuldung: Die Verschuldung des Staates folgt einem ehernen Gesetz: Sie nimmt mehr oder weniger zu, aber niemals ab. Das von der FED in Richtung Staatsschulden-Finanzierung generierte Geld wird niemals wieder zurückfließen. Außerdem ist, nachdem der Staat das Geld ausgegeben hat, dieses Geld zu Eigenkapital-Geld geworden. Die Besitzer dieses Geldes sind keine Schuldner gegenüber der Treasury oder der FED – man kann ihnen das Geld also nicht mehr wegnehmen.
Zweitens – die Hypothekenpapiere: Die FED hat im Frühjahr angekündigt, das Ankaufsprogramm für Hypothekenpapiere einzustellen und Zug um Zug die Papiere am Markt wieder zu verkaufen. Mit dem weiterhin labilen Immobilien-Markt, der wohl nun in eine zweite Abwärts-Spirale gezogen wird, wird die FED zukünftig das Ankaufsprogramm wohl wieder aufnehmen, anstatt es zurückzuführen.
Drittens – das US Treasury Carry Trade System: Die FED hat ein Geschäfts-Modell gefördert, bei dem Banken langfristige Staatsanleihen kaufen und diese mit kurzfristigen Ausleihungen bei der FED finanzieren. Sollte die FED diese Vorgehensweise aussetzen, dann würde den Banken und Treasuries das gleiche Schicksal drohen, wie den SIVs und RMBS (Residential Mortgage Backed Securities) des Schattenbanken-Systems – die einen wären Pleite und die Papiere würden nur mit großen Abschlägen gehandelt werden.
Es gibt also gar keine Ausstiegs-Strategie der FED. Das derzeitige System ist nur auf Zeitgewinn ausgelegt – nicht aber auf Rettung. Wenn die FED aussteigen sollte, dann kommt der deflationäre Knall.
Erhebliche Insider-Verkäufe bei der Deutschen Bank
By web317 on Aug 6, 2010 | In Was steckt dahinter ? | Sende Feedback »
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Bei der Deutschen Bank kam es in den vergangenen zwei Wochen erneut zu bedeutenden Aktienverkäufen führender Manager. Alleine Amerika-Chef Seth Waugh stieß Anteile im Wert von 1,37 Millionen Euro ab.
“Schön Reich – Steuern zahlen die anderen”
By web317 on Aug 2, 2010 | In Was steckt dahinter ? | Sende Feedback »
Staaten wollen mehr Immobilien verkaufen
By web317 on Jul 19, 2010 | In Was steckt dahinter ? | Sende Feedback »
Link: http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/0,2828,706636,00.html
Chance für Anleger: Wer gerne in Immobilienfonds mit staatlichen Mietern investiert, wird künftig reichlich Gelegenheit bekommen. Denn angesichts horrender Schuldenprobleme veräußern immer mehr Staaten in Europa ihren Immobilienbesitz - und sorgen dann als Mieter oft für stetigen Cash-Flow.
Ökonom fordert Reform der internationalen Geldordnung
By web317 on Jun 29, 2010 | In Was steckt dahinter ? | Sende Feedback »
Nach Ansicht des Chefvolkswirts von Barclays Capital, Thorsten Polleit, setzen die Finanzmarktreformen der internationalen Staatengemeinschaft an der falschen Stelle an. „Denn Schuld an der Finanz- und Wirtschaftskrise ist in letzter Konsequenz nicht mangelnde Regulierung, sondern in der Konstruktion des Geldsystems zu finden“, sagte Polleit Handelsblatt Online.